Kunstausstellung Dresden, moderne Kunst

ART GALLERY
LEBEN MIT KUNST

"Systemanalyse" von Thomas Prochnow

Ausstellung von Dezember 2017 bis März 2018

  • 2004 – 2009 | Studium Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Dresden
  • 2009 – 2011 | Meisterschüler an der Hochschule für Bildende Künste Dresden

  • Thomas Prochnow lebt und arbeitet in Berlin
     

Ich arbeite vor allem im Raum und schaue da, was dieser mir vorgibt und was ich wiederum in diesen hineinbringen kann, sei es eine installative Arbeit mit Material oder eine Arbeit mit Farbe auf den Wänden. Es geht mir vor allem um das Verändern, das Umformen. Bestehendes, vielleicht auch bereits Verwendetes verändern und damit dem Betrachter die Möglichkeit eines neuen Blickes auf das Ganze zu ermöglichen. Oft verwende ich auch Gegenstände aus dem Alltag eines jeden von uns. Meine Arbeiten sind zumeist sehr geradlinig und geometrisch, alles steht in einem Verhältnis, Maße, Farben, Raum, Material.

Thomas Prochnow | Radio Arty, 20. Januar 2017

Der Eingriff in einen noch in Benutzung befindlichen Konferenzraum ist ein neuer Schritt für Thomas Prochnow. Hier gilt es durchaus auf Betriebszeiten, Entfluchtung und Gewohnheiten der Mitarbeiter Rücksicht zu nehmen und dennoch eine schlüssige Arbeit zu erstellen, welche den eigenen Ansprüchen des Künstlern genügt. Aber besonders dieser Umstand, mit Gegebenheiten umzugehen und ein täglich belebtes Kunstwerk zu schaffen, könnte sowohl den Künstler als auch die Benutzer ein Stück näher zusammenbringen.

Eigentlich sind verlassene und funktionslose Bauwerke, Relikte des Industriezeitalters, Bunker oder auch Abrisshäuser eher die Spielfläche von Thomas Prochnow. Er sucht für seine Kunst immer wieder Orte auf, die dem öffentlichen Blick versperrt sind. Der Künstler bezeichnet sie als „Zweiten Öffentlichen Raum“. In diese Räume steigt er ein. Dort entstehen seine Arbeiten, in denen er die Wirkung von geometrischen Formen auf die sich umgebende Umwelt entweder in strenger Monochromie oder in eindrucksvoller Farbigkeit untersucht. „Nach Fertigstellung verlasse ich die Wirkungsstätte und kehre nie mehr dorthin zurück“, erklärt Prochnow. Was dann mit seinen Werken passiert, möchte der 36-Jährige nicht erfahren. Und dennoch ist seine Kunst für die Ewigkeit dokumentiert. Am Ende bleiben Fotografien und Videos von seinen Raumarbeiten, die er der Öffentlichkeit präsentiert.

Eine Retrospektive ausgewählter Fotografien seiner Raumeinstiege aus den vergangenen Jahren wird ebenfalls in der ersten Etage zu sehen sein.

Hier erhalten Sie mehr Informationen zu Thomas Prochnow.