Kunstausstellung Dresden, moderne Kunst

ART GALLERY
LEBEN MIT KUNST

"Back Up" von Manaf Halbouni

Ausstellung vom 16. November 2018 bis 16. Februar 2019

  • 1984 in Damascus/Syria geboren | Lebt und arbeitet überall auf der Welt.
  • 2005 - 2008 | Kunst-Studium an der Damascus University, Faculty of Fine Arts
  • 2009 - 2014 | Studium an der Hochschule für Bildende Kunst Dresden
  • 2014 - 2016 | Meisterschüler bei Prof. Eberhard Bosslet, HfBK Dresden

Auszeichnungen und Stipendien

  • 2018 | Wilhelm Morgner Stipendium der Stadt Soest
  • 2017 | Deveron Projects Artist Residency in Huntly/Scotland
  • 2016 | Marion Ermer Preis für junge Künstler aus den neuen Bundesländern
  • 2015 | Preisträger des Deutschland Stipendiums
  • 2014 | DAAD-Preis für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender
     

Bei meinen Arbeiten beschäftige ich mich hauptsächlich mit Beton und der Verbindung zwischen diesem und anderen Materialien. Beton reizt mich stark, es strahlt fur mich sowohl Starke und Macht, als auch Widerstand gegenuber Allem aus. Es besitzt sogar eine kriegerische und zerstörerische Gewalt, die mit einer gewissen Gefühllosigkeit und Nüchternheit einhergeht. Diese emotionalen Kalte bedeutet fur mich auch die Traurigkeit der modernen und urbanen Welt.

Manaf Halbouni

"Manaf Halbouni? Habe ich schon mal gehört.“ Eine Antwort, die man in Dresden sicherlich öfter erhalten wird, wenn man nach dem Namen des Künstlers fragt. Mit der Skulptur „Monument“, die im Rahmen des Kulturfestes Am Fluss und des Dresdner Gedenkens für die Opfer von Krieg und Gewalt auf dem Neumarkt 2017 aufgestellt worden war, schuf der Künstler ein Zeichen für Frieden, Freiheit und Menschlichkeit und setze sich damit gleichzeitig der öffentlichen Kritik aus. Als Künstler und Kunsthistoriker interessiert mich dabei besonders der Aspekt, dass es Manaf Halbouni mit einem historisch wie formal-ästhetisch funktionierenden Zitat (das Motiv der aufgerichteten Busse greift ein eindrückliches Bild aus Aleppo auf, das bereits im März 2015 durch die Medien ging) gelungen ist, einen breiten Diskurs über Kunst und Öffentlichkeit anzustoßen, in all seinen teilweise höchst bedauerlichen Formen. Dieser Moment der direkten Konfrontation imöffentlichen Raum ist ein wichtiger Bestandteil vieler Arbeiten des deutsch-syrischen Künstlers. Inhaltlich befassen sich seine Arbeiten mit Migration, Verlust und Zerstörung und gemahnen im Kern stets an ein menschliches Miteinander.

Der Bildhauer zeigt in der Ausstellung „BACK UP“ bei Itaricon Installationen und Wandreliefs aus Beton und eisernen Armierungsstangen, die Bezug auf Datenspeicherung sowie dessen Hardware als Material nehmen und auch den möglichen Missbrauch dieser Werkzeuge thematisieren. Arbeiten wie Mukaberat (Secret service) spiegeln eigene Erfahrungen des Künstlers wider, welche er in seiner Jugend in Syrien machen musste. Da das „Internet of Things“ auch bei Itaricon eine große Rolle spielt und die vollständige Vernetzung unseres Alltags von der Kaffeemaschine bis zum Fahrzeug bereits stattfindet, ist es manchmal durchaus hilfreich, eine mahnende Stimme zu vernehmen, welche uns daran erinnert, dass jeder dieser technischen Neuerungen genauso zur lückenlosen Überwachung benutzt werden kann.
Christian Manss

Hier erhalten Sie mehr Informationen zu Manaf Halbouni.